Schnittmaßnahmen von Obstgehölzen
Säulenobst Leittrieb kürzen
Um einen guten Fruchtertrag zu bekommen ist es wichtig bei kulturbedingten Säulenobst die Seitenverzweigung anzuregen. Dafür kappt man bei jungen Bäumen immer wieder die Spitze, wie auf dem Bild zu sehen. Dieses macht man 2-3 mal im Jahr, damit der Baum von unten her verzweigt.
Säulenobst Seitenzweige kürzen
Damit die Seitenverzweigung nicht 1 Meter lang wird, wird diese genauso wie der Leittrieb 2-3 mal im Jahr geschnitten, so wie man auf Foto Nr. 2 sieht. Man schneidet das grüne Holz in der 2. Junihälfte bei einer Länge von 10-15 cm, nach 3-4 Blattansätzen ab, sieht man gut auf dem Foto. Aus den Blattansätzen treiben dann neue junge Triebe die bei einer Länge von ca. 10-15 cm wieder auf 3-4 Blattansätze gekappt werden.
Dieses gilt für Säulen-, – Kirschen, -Birnen, –Zwetschgen und Äpfel.
Pfirsich,- und Nektarinenbäume schneiden
Damit der Pfirsichbaum fruchtbar bleibt und Jahr für Jahr viele Pfirsiche liefert, ist ein konsequenter jährlicher Rückschnitt äußerst wichtig. Entfernen Sie gleich nach der Ernte oder im Frühjahr kurz vor der Blüte mindestens drei Viertel der Triebe, die im Vorjahr Früchte getragen haben. Die Übrigen sollten Sie auf drei Knospen einkürzen, damit sie neue Fruchttriebe fürs nächste Jahr bilden können. Achten Sie darauf, dass die Krone durch den Rückschnitt möglichst gleichmäßig ausgelichtet wird.
Neben den Blütentrieben gibt es auch sogenannte Holztriebe, die weder blühen noch fruchten Sie sollten diese ganz entfernen oder auf zwei Augen (Knospen) einkürzen, damit sie neue Fruchttriebe bilden können. Tipp: Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die verschiedenen Knospenarten zu unterscheiden, warten Sie mit dem Schnitt einfach, bis sich die ersten Blütenknospen öffnen.
Wahre Fruchttriebe erkennen Sie daran, dass ihre rundlichen Blütenknospen jeweils mit ein bis zwei flacheren, spitzen Blattknospen kombiniert sind. Diese Blütenknospen bilden Früchte und müssen daher erhalten bleiben. Im letzten Abschnitt trägt ein wahrer Fruchttrieb in der Regel nur noch Blattknospen; dieser Teil kann entfernt werden.
Falsche Fruchttriebe besitzen irritierenderweise ebenfalls rundliche Blütenknospen. Diese werden aber anders als bei den wahren Fruchttrieben nicht von Blattknospen flankiert. Die falschen Fruchttriebe bilden zwar zunächst Früchte, werfen diese aber im Jahresverlauf ab, weil die kleinen Pfirsiche von den wenigen Blättern nicht ausreichend ernährt werden können. Schneiden Sie falsche Fruchttriebe daher ganz ab oder kürzen Sie sie auf kurze Stummel mit je einer oder zwei Blattknospen ein – im Jahresverlauf entstehen daraus mit etwas Glück wahre Fruchttriebe, die im nächsten Jahr Pfirsiche tragen.
Eine dritte Triebart sind die kurzen sogenannten Buketttriebe. Sie tragen ebenfalls fruchtbare Knospen und werden deshalb nicht geschnitten.
1 Holztrieb
2 falscher Fruchttrieb
3 wahrer Fruchttrieb
4 Bukettrieb
Obstbäume schneiden/sägen
Je früher im Winter beziehungsweise Herbst Sie Ihre Obstbäume schneiden, desto stärker treiben die Bäume im Frühjahr wieder aus. Da schwächeres Wachstum für die Blütenbildung günstig ist, sollten Sie vor allem mit dem Rückschnitt stark wachsender Apfel,- Birnen,- und Quittenbäume bis zum Spätwinter warten. Bei Steinobst ist ein Sommerschnitt gleich nach der Ernte zu empfehlen, da es für Holzkrankheiten anfälliger ist als Kernobst.
Nur Pfirsiche werden im Frühjahr beim Austrieb geschnitten.Verwenden Sie beim Sägen die Klapp,- oder Bügelsäge. Wenn Sie eine Astschere verwenden möchten, wird eine Amboss oder Bypass-Schere empfohlen.
Man entfernt zunächst alle Konkurrenztriebe (in der Zeichnung grün dargestellt). Das sind Zweige, die die Spitze des Mitteltriebs und der Leitäste zu überwachsen drohen. Dann werden alle annähernd senkrecht hochwachsenden Triebe, die sogenannten Wasserschosse (rot), entfernt. Zum Verjüngen des Fruchtholzes schneidet man alle herabhängenden, abgetragenen Zweige (grau) auf einen jüngeren, vitalen Austrieb zurück.
Durch einen geschnittenen Apfelbaum muss man einen Hut werfen können", besagt eine alte Gärtner-Regel. Ganz so licht muss er nicht sein, aber an der Regel ist trotzdem viel Wahres dran: Je luftiger die Krone, desto geringer ist die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten, weil das Laub nach Regenfällen schneller trocknet. Auch die Früchte werden größer und reifen in lichtdurchfluteten Kronen besser aus.
Schnitt bei Spindelobstbäumen
Bei Spindelbäumen im Topf werden beim Pflanzen nur die steilen Triebe heruntergebunden
Bei wurzelnackten Bäumen entfernt man Konkurrenztriebe und kürzt alle anderen leicht ein.
Entfernen Sie bis zum Vollertrag nur die ungünstig wachsenden Triebe.
Später muss dann auch das abgetragene Fruchtholz erneuert werden.