Baumkrankheiten
Birnengitterrost
Der Birnengitterrost wird von einem Pilz namens Gymnosporangium sabinae verursacht, der ab Mai/Juni deutliche Spuren auf den Birnenblättern hinterlässt: unregelmäßige orangerote Flecken mit blattunterseits warzenartigen Verdickungen, in denen die Sporen heranreifen. Die Krankheit greift sehr schnell um sich und kann innerhalb kurzer Zeit fast alle Blätter des Birnbaums infizieren. Im Gegensatz zu den meisten Rostpilzen ist der Erreger des Birnengitterrosts ein echter Vagabund:
Er wechselt nämlich seinen Wirt und verbringt die Wintermonate auf dem Sadebaum oder dem Chinesischen Wacholder, bevor er im März/April wieder auf die Birnenbäume übersiedelt. Je nach Windstärke werden die Sporen bis zu 500m gestreut, somit ist es nahezu unmöglich, diese Krankheit in den Griff zu bekommen.
Um den Infektionsdruck zu senken, empfiehlt es sich, die Wacholderarten aus dem eigenen Garten zu entfernen. Die befallene Triebe herauszuschneiden ist nicht wirksam, da im Holz das Pilzmyzel ist. Die frühzeitige und wiederholte Anwendung von Pflanzenstärkungsmitteln wie beispielsweise Schachtelhalm - Extrakt macht Birnbäume widerstandsfähiger gegen den Birnengitterrost. Sprühen Sie die Bäume ab dem Blattaustrieb im Abstand von 10 bis 14 Tagen etwa drei bis vier Mal gründlich ein.
Kräuselkrankheit
Verursacht wird die Kräuselkrankheit durch einen Pilz namens Taphrina deformans, der den Winter als Pilzgeflecht (Myzel) auf Zweigen und Knospenschuppen von Pfirsichbäumen überdauert. Mit den ersten wärmeren Temperaturen (über 10 Grad Celsius) ab Februar zerfällt das Pilzmyzel in kleine Zellen, die durch Niederschläge in die Knospen eingespült werden und dort die jungen Blätter infizieren. Die Symptome zeigen sich erst nach dem Austrieb: Die Blätter sind deformiert bis blasig aufgetrieben und rötlich verfärbt. Später bildet sich blattoberseits ein weißlicher Pilzrasen aus. Die hier in kurzen Schläuchen gebildeten Sporen keimen aus und besiedeln für den Rest des Jahres – ohne die Pflanzen weiter zu schädigen – die Triebknospen. Die erkrankten Blätter trocknen meist ein und fallen auch frühzeitig ab, als Folge vermindert sich die Frosthärte der Pflanzen.
Vorbeugen:
Bereits mit dem richtigen Standort können Sie einem Befall mit der Kräuselkrankheit entgegen wirken. Da der Pilz sich besonders bei feuchten Bedingungen auf den Blättern der Obstbäume ansiedelt, sollten Sie dafür sorgen, dass die Pflanzen an einem sonnigen, luftigen Platz im Garten stehen. Die Krone sollte nicht zu dicht sein, damit die Blätter nach Regenfällen schnell wieder abtrocknen. Eine maßvolle Düngung mit einem organischen oder mineralischen Langzeitdünger stärkt ebenfalls die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.
Bekämpfung:
Natürliche Pflanzenstärkung
Mit einem vorbeugend eingesetzten biologischen Pflanzenstärkungsmittel wie Neudo-Vital Obst-Pilzschutz stehen die Chancen nicht schlecht, die Krankheit auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen. Die Infektion der Blätter erfolgt bereits sehr früh im Jahr, sobald die Knospen schwellen. Deshalb ist die erste Behandlung je nach Witterung bereits ab Ende Januar zu empfehlen. Sprühen Sie die gesamte Krone gründlich von allen Seiten ein. Wiederholen Sie den Vorgang rund drei bis vier Mal im Abstand von zwei bis drei Wochen. Entfernen Sie vor der ersten Behandlung außerdem alle Fruchtmumien und schneiden Sie verkrüppelte Triebspitzen ab. Die entfernten Pflanzenteile entsorgen Sie am besten im Hausmüll.
Wir haben seit 4 Jahren verschiedene Sorten von Pfirsich,- und Nektarinenbäume, an denen keine Kräuselkrankheit aufgetreten ist, dies ist auch sortenabhängig. Gern informieren wir Sie diesbezüglich auch telefonisch oder antworten Ihnen auf Ihre Anfrage im Kontaktformular.
Schorf
Am stärksten verbreitet ist der Apfelschorf.
Bei sehr schorfempfindlichen Apfelsorten sind schon im Frühling olivgrüne bis braune Flecken auf den Blättern zu sehen. Die unregelmäßig geformten Flecken trocknen von der Mitte her ein und werden braun.
Im weiteren Verlauf werden die Blätter wellig oder beulig, weil nur das noch gesunde Blattgewebe weiter wächst. Das infizierte Laub fällt schließlich vorzeitig zu Boden, sodass besonders stark befallene Apfelbäume bereits im August fast kahl sind.
Die Triebe reifen in der Folge schlecht aus und die Apfelbäume setzen fürs nächste Jahr kaum neue Blütenknospen an.
Die Äpfel besitzen ebenfalls braune, oft eingerissene Wundstellen mit eingetrocknetem, leicht eingefallenem Gewebe.
Mit Schorf befallene Äpfel sind zwar problemlos genießbar, man kann sie allerdings nicht gut lagern, da im Winterlager Fäulnispilze durch die rissige Schale eindringen, sodass die Äpfel binnen kurzer Zeit verderben.
Die Symptome des Birnenschorfs sehen ganz ähnlich aus.
Mit Schorf befallene Süßkirschen besitzen oft rundliche und eingesunkene dunkle Flecken, während an den Blättern kaum ein Befall zu erkennen ist.
Der Apfelschorf bildet zwei Sporengenerationen aus: Das Herbstlaub aus dem Vorjahr verbreitet im Frühjahr leichte Sporen zur Neuinfektion der Bäume.
Auf den Blättern bildet sich im Lauf des Sommers eine zwei Generation größerer Sporen, die sich bei Regenfällen über das Spritzwasser auf andere Blätter ausbreiten
Die wichtigste Vorbeugung ist daher das gründliche Entfernen des Laubs im Herbst. Sie können es – mit anderen Abfällen abgedeckt – problemlos kompostieren, da die Pilze durch die Rotte absterben. Bei stark befallenen Birnen ist ein Rückschnitt vor der Sporenreife im Frühjahr zu empfehlen, um die Anzahl der Triebe als mögliche Infektionsquellen zu reduzieren. Grundsätzlich ist bei Obstbäumen ein luftiger Standort mit genügend Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen wichtig.
Außerdem sollten Sie mit regelmäßigen Auslichtungsschnitten dafür sorgen, dass die Kronen nicht zu dicht werden, damit das Laub nach Regenfällen schnell wieder abtrocknen kann.Als vorbeugendes Stärkungsmittel gegen Schorfkrankheiten hat sich die kieselsäurehaltige Schachtelhalmbrühe bewährt.
Die Kieselsäure legt sich wie ein dünner Schutzfilm auf die Blätter und erschwert das Eindringen der Pilzsporen in das Blattgewebe. Vorbeugende Spritzungen sind auch mit Netzschwefelpräparaten möglich.
Feuerbrand - meldepflichtig!
Warum meldepflichtig? da sich das Bakterium seuchenartig ausbreitet und gerade in Obstplantagen einen hohen, wirtschaftlichen Schaden anrichten kann.
Bei uns in Deutschland muss das Auftreten von Feuerbrand gemeldet werden. Schon der Verdacht ist meldepflichtig. Gemeldet wird je nach Bundesland an das Landesamt bzw. die Landesanstalt für Landwirtschaft. Rechtsgrundlage ist die Verordnung zur Bekämpfung der Feuerbrandkrankheit (Feuerbrandverordnung) vom 20. Dezember 1985, in der jeweils aktuellen Fassung.
Zu erkennen ist Feuerbrand an einigen Symptomen. Blätter und Blüten der befallenen Pflanzen welken plötzlich, immer vom Blattstiel aus. Sie verfärben sich braun oder schwarz, bleiben aber haften. Typisch ist, dass sich die Triebspitzen hakenförmig nach unten krümmen. Das kommt vom Wasserverlust. Die Pflanze oder Teile von ihr, sehen vom ganzen Erscheinungsbild her aus wie verbrannt.
Daher stammt auch der Name „Feuerbrand“.
Junge Pflanzen sterben ziemlich schnell ab, da reichen schon zwei bis drei Wochen. Bei älteren Pflanzen kann man zusehen, wie sich die Erkrankung mit den Jahren immer weiter ausbreitet. Innerhalb eines oder mehrerer Jahre führt auch hier die Erkrankung zum Absterben.
Ein typisches Symptom ist, das an den Infektionsstellen Bakterienschleim austritt. Das passiert im Sommer und im Herbst. Im Winter kann es zum Einsinken der Rinde kommen
Wichtig ist, seine Pflanzen regelmäßig auf Befall zu kontrollieren. Je früher Feuerbrand entdeckt wird, um so eher kann man entsprechend gegen ihn vorgehen. Außerdem ist es wichtig, alle Schnittwerkzeuge mit 70%igem Alkohol zu desinfizieren. Besonders unmittelbar nach der Blüte sind die Bestände zu kontrollieren. Die gefährliche Zeit reicht bis zum Ende des Frühsommers.
echter und falscher Mehltau
echter Mehltau: Charakteristisch für den Echten Mehltau ist ein mehlig-weißlicher, leicht abwischbarer Belag auf den Blattoberseiten sowie bei starkem Befall an Knospen, Blüten und Triebspitzen. Die Blattunterseiten werden wenn überhaupt meist nur schwach besiedelt. Bei starkem Befall mit Echtem Mehltau verbräunen und vertrocknen die Blätter, Blütenknospen treiben nicht aus und befallene Pflanzenteile zeigen Deformationen und können absterben.
Eine Besonderheit des Echten Mehltaus: Im Gegensatz zum Falschen Mehltau sowie den meisten anderen pilzlichen Schaderregern ist er nicht auf Feuchtigkeit angewiesen, um sich auszubreiten. Seine Sporen werden mit dem Wind verbreitet und keimen dann auf den Blättern, auf denen sie haftengeblieben sind. Regen mag der Pilz daher nicht, da dann die Sporen abgewaschen würden. Optimale Bedingungen findet er vor, wenn es tagsüber heiß ist und nachts deutlich abkühlt: Durch die großen Temperaturunterschiede bildet sich auf den Blättern Tau, der die Sporenbildung begünstigt.
Falscher Mehltau: Im Gegensatz zu Echtem Mehltau überzieht der Falsche Mehltau vor allem die Blattunterseiten mit einem weißen bis grauen Pilzrasen, der sich kaum abwischen lässt. Auf den Blattoberseiten sind gelbe bis braune oft vergilbte Flecken erkennbar. Anders als Echter Mehltau benötigt Falscher Mehltau Feuchtigkeit, um sich auszubreiten, deshalb tritt er vor allem in feuchten Sommern auf.
Wie bei allen Pilzkrankheiten gilt: vorbeugen ist besser als bekämpfen. Am einfachsten geht das mit resistenten Pflanzensorten, die vom Echten oder Falschen Mehltau erst gar nicht oder nur selten befallen werden.
Bei sehr starkem Befall können Sie – bei entsprechender Zulassung – notfalls Fungizide auf Basis von Schwefel einsetzen. Schwefel ist ein Pflanzennährstoff. Auch der in Fungiziden enthaltene Anteil wird im Boden in pflanzenverfügbare Formen umgebaut. Auf der Blattoberfläche entsteht allerdings zunächst Schwefeldioxid, das für einige Gliederfüßer giftig ist, insbesondere für die nützlichen Schlupfwespen und Raubmilben.
Monilla Fruchtfäule
Die Monilia-Fruchtfäule tritt sowohl an Äpfeln, Birnen und Quitten auf, aber auch an Süß- und Sauerkirschen (besonders anfällig ist die Sorte 'Schattenmorelle'), Zwetschgen, Renekloden und Pfirsichen. Ausgehend von einer Verletzung der Fruchthaut als Eintrittspforte (z.B. beim Apfel durch das Bohrloch des Apfelwicklers oder bei Birnen durch Wespenfraß) entsteht ein brauner, faulender Fleck, der sich rasch vergrößert. Bald bilden sich darauf konzentrisch-kreisförmig angeordnete Sporenpolster (daher auch die Bezeichnung Polsterschimmel).
Hat der Pilz die gesamte Frucht besiedelt, sind die Sporenlager über die ganze Fruchtoberfläche verteilt.
Von entscheidender Bedeutung ist es, mögliche Infektionsquellen zu reduzieren. Dazu gehört die konsequente Entfernung der Fruchtmumien vom Baum und vom Boden und der Rückschnitt befallener Triebe bis in das gesunde Holz.
Bei Sauerkirschen bietet sich als Alternative für die hochanfällige Sorte 'Schattenmorelle' die Sorte 'Morellenfeuer' an, die eine geringere Anfälligkeit gegenüber der Spitzendürre zeigt.
Der Einsatz von dafür zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist nur sinnvoll bei feucht-kühler Witterung (Hauptinfektionsbedingung) während der Blüte.
Eine direkte Bekämpfung der Frucht-Monilia ist nicht möglich.
Die aktuelle Zulassungssituation der Pflanzenschutzmittel ist zu beachten.
Monilla Spitzendürre
Die Krankheit tritt während oder kurz nach der Blüte auf.
Die Blüten werden braun und nach drei bis vier Wochen beginnt das Welken der Triebspitzen. Die Blätter am einjährigen Holz werden plötzlich fahl-grün, hängen schlaff am Zweig und vertrocknen. Schließlich sterben die befallenen blütentragenden Zweige von der Spitze her ab. Der Baum stößt die vertrockneten Blüten, Blätter und Triebe nicht ab, sie bleiben bis spät in den Winter daran hängen. An der Grenze zum gesunden Holz kann es zu Gummifluss kommen.
Die wichtigste Maßnahme, um den Spitzendürre-Befall einzuschränken, ist ein rechtzeitiger Rückschnitt. Auch wenn beim Steinobst der beste Schnittzeitpunkt nach der Ernte im Sommer liegt, sollten Sie, sobald ein Befall sichtbar ist, alle absterbenden Triebe zwanzig bis dreißig Zentimeter ins gesunde Holz zurückschneiden. Regelmäßiges Auslichten mindert außerdem den Befallsdruck.
Desweiteren ist die richtige Standortwahl von Bedeutung: Vermeiden Sie Staunässe und Kälte, denn das schwächt die Bäume und macht sie anfälliger für einen Befall.
Bei Neupflanzungen sollten Sie sich für Sorten und Arten entscheiden, die weniger anfällig für die Spitzendürre sind. Bei Sauerkirschen werden ‘Morina’, ‘Safir’, ‘Gerema’, ’Karneol’ und ’Morellenfeuer’ empfohlen. Ist der Baum bereits befallen, hilft eine direkte, chemische Bekämpfung kaum oder gar nicht mehr. Bei gefährdeten Bäumen ist eine vorbeugende Behandlung mit biologischen Pflanzenstärkungsmitteln wie Neudovital zu empfehlen.
Es wird bereits ab dem Laubaustrieb im zehntägigen Rhythmus angewendet und später direkt in die Blüten gespritzt. Vorbeugende Fungizid-Spritzungen sind mit Pilzfrei Ectivo und Duaxo Universal-Pilz-frei möglich. Gespritzt wird bei Blühbeginn, bei Vollblüte und beim Abfallen der Blütenblätter.
Bei bereits infizierten Pflanzen kann der Befall meist gestoppt werden, allerdings sollte man vor der Behandlung alle befallenen Triebe großzügig herausschneiden.
Birnenpockenmilbe
Bereits kurz nach dem Austrieb können sich die ersten Anzeichen eines Befalls zeigen. Meist bilden sich zuerst entlang der Blattmittelrippe hellgrünliche punktförmige Aufwölbungen. Diese färben sich nach und nach bräunlich und breiten sich von der Mitte her über das Blatt aus. Auf den Blattoberseiten bildet sich nach und nach ein bräunlicher Filz. Auch auf den Blattunterseiten zeigen sich an den Befallsstellen bräunlich-rote bis schwarze punktförmige Verfärbungen.
Die Birnenpockenmilbe fügt der Birne meist keinen nachhaltigen Schaden zu. Bei einem schwachen Befall kann es schon ausreichen, befallene Blätter gleich zu entfernen, sobald sich die ersten Schadsymptome zeigen. Tritt die Birnenpockenmilbe aber über mehrere Jahre hinweg auf, kann durchaus eine Bekämpfung sinnvoll sein. Wichtig ist, dass die Bekämpfungsmaßnahen bereits im zeitigen Frühjahr durchgeführt wird. Die erste Möglichkeit gegen die winzigen Schädlinge vorzugehen, bietet die Durchführung einer Austriebsspritzung mit dem ölhaltigen Spritzmittel Promanal. Sobald die Knospen anfangen zu schwellen, ist der richtige Zeitpunkt erreicht. Die Temperatur ist zu diesem Zeitpunkt optimal für die Schädlinge, um ihre Winterquartiere zu verlassen. Mit einer Austriebsspritzung kann man somit einen Teil der überwinterten Birnenpockenmilben gleichzeitig mit weitere Überwinterungsschädlinge abtöten.
Der zweite Zeitpunkt für eine wirksame Bekämpfung ist zwischen dem Austrieb und der Blüte. Erfahrungsgemäß werden bei Behandlungen gegen den echten Mehltau und Schorfpilze mit Netz-Schwefelit die Birnenpockenmilben miterfasst. Die Spritzungen sollten zwei Mal im zehntägigen Abstand mit einer 0,7 prozentigen Konzentration durchgeführt werden.
Obstbaumkrebs
Wie der Name schon verrät, tritt der Obstbaumkrebs bevorzugt an Obstbäumen auf. Im Frühjahr und Sommer zeigen sich nach zwei bis drei Wochen die ersten Symptome der Erkrankung, bei einer Infektion im Herbst oder Winter allerdings erst zu der Zeit der nächsten Blüte. Befallene Triebe zeigen zunächst kleine, blass braune, eingesunkene Flecken auf der Oberfläche der Rinde. Sie sind mit bloßem Auge gut erkennbar. Die betroffenen Stellen trocknen aus und verfärben sich bräunlich. Im Querschnitt sieht man an den befallenen Stellen einen klaren Übergang zwischen gesundem und krankem Gewebe. Die Infektion breitet sich rasch aus, bis die Rinde des betroffenen Baums aufplatzt. An älteren Infektionsstellen erscheinen meist im Folgejahr circa 0,5 Millimeter große rote Fruchtkörper.
Neben Stamm und Ästen sind oftmals auch die Früchte der Obstbäume befallen. Auch wenn sich zunächst ein Fruchtansatz bildet, können die Blüten bei einer Infektion mit dem Obstbaumkrebs absterben. Ende Juni bis Mitte Juli treten die ersten Symptome an der Frucht auf. Der Pilz breitet sich zunächst langsam über die Fruchtoberfläche und schließlich im Inneren der Frucht aus.
Eine regelmäßige Kontrolle ihrer Apfelbäume auf Obstbaumkrebs ist sehr wichtig, um die Infektion rechtzeitig zu erkennen und deren Ausbreitung zu verhindern. Wird ein Befall festgestellt, schneiden Sie die betroffenen Äste umgehend bis in das gesunde Holz zurück. Geben Sie das infizierte Schnittgut nicht auf den Kompost, sondern entsorgen Sie es im Biomüll. Anderenfalls geht von den kranken, abgeschnittenen Zweigen eine erneute Gefahr aus, denn die Erreger werden durch Wind und Regen verbreitet und infizieren so neue Bäume. Desinfizieren Sie nach getaner Arbeit alle verwendeten Werkzeuge, bevor Sie diese wiederverwenden.
Bakterienbrand
Die Bakterien werden durch Wind und Regen verbreitet.
Am Auffälligsten sind die Veränderungen an der Rinde - Rindenbrand und Rindenkrebs genannt. Unter Rindenbrand versteht man dunkle, eingesunkene Rindenpartien, deren obere Rindenschicht sich abhebt. Der Rindenkrebs äußert sich durch Wucherungen, die eine Befallsstelle an der Rinde überwallen. Ein weiteres Anzeichen ist Gummifluss (heraus fließendes Harz). Wenn die Bakterien in die Leitungsbahnen des Baumes eindringen oder Veredlungswülste befallen, können ganze Äste oder Baumteile absterben.
Auf den Blätter bilden sich 2-3 mm große, runde, helle Flecken, die hellgrüne Ränder haben. Die Blätter werden im weiteren Verlauf braun und fallen ab. Verwechselungsgefahr mit Schrotschußkrankheit! Bei dieser sind die Löcher aber größer und haben keinen hellgrünen Rand. Werden Blüten befallen, sehen die Blütenblätter wie verbrannt aus, trocknen ein und fallen ab.
Bei Sauerkirschen werden hauptsächlich die neuen Triebe und die Früchte, weniger die Blätter befallen. Auf den Früchten bilden sich zuerst kleine, nasse Flecken, die schnell größer werden. Schließlich verfärbt sich das Gewebe schwarz und schrumpft ein. Bei einem starken Befall mit Bakterienbrand kann der ganze Baum absterben.
Zur Bekämpfung des Bakterienbrandes stehen leider nicht allzu viele Methoden zur Verfügung. Die betroffenen Äste oder Teile des Stammes müssen bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Die Schnittwunden müssen sofort mit einem Wundbehandlungsmittel verschlossen werden.
Das Schnittmaterial darf auf keinen Fall auf dem Kompost entsorgt werden.
Während des Laubfalls oder vor dem ersten Frost kupferhaltige Fungizide ausbringen. Hierbei sollten der Stamm und starke Äste tropfnass gespritzt werden. Dies kann zwar den Befall nicht vollständig entfernen, aber doch sehr stark verringern.
Der Einsatz von Antibiotika ist in Deutschland verboten.
Schrotschusskrankheit
Aufgrund der vielen Löcher in den Blättern wird oft ein Schädlingsbefall vermutet, doch in vielen Fällen ist der Verursacher ein Pilz namens Wilsonomyces carpophilus. Die vom Pilz verursachte Pflanzenkrankheit wird auch als Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) bezeichnet, da die Blätter der Pflanzen wie von Schrotkugeln durchschossen aussehen. Der Erreger gehört zu den Echten Schlauchpilzen (Pezizomycotina) und kann alle Steinobstarten befallen. Der Pilz nutzt aber auch andere Prunus-Arten wie zum Beispiel den Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) als Wirtspflanzen. Besonders stark tritt die Schrotschusskrankheit nach einem feuchten Frühjahr auf.
Sobald Sie einen Befall mit der Schrotschusskrankheit an Ihren Pflanzen feststellen, sollten Sie umgehend handeln. Denn es ist wichtig, rechtzeitig mit Bekämpfungsmaßnahmen zu beginnen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Der erste Schritt sollte das Entfernen von befallenem Pflanzenmaterial sein. Schneiden Sie hierzu betroffene Blätter und Früchte mit einer scharfen und desinfizierten Schere großzügig zurück. Sammeln Sie auch betroffenes Pflanzenmaterial vom Boden auf und entsorgen Sie dieses im Biomüll. Achtung: Der Kompost eignet sich nicht für eine Entsorgung, da ansonsten die Gefahr für eine erneute Ausbreitung des Pilzes durch Wind und Regen sehr hoch ist.
Entfernen Sie auch die betroffenen Triebe und schneiden Sie diese bis in das gesunde Holz zurück. Ein Zurückschneiden der Bäume führt zusätzlich zu einer schnelleren Trocknung der Krone nach Niederschlägen.
Tonerde- und Kupferpräparate sowie Netzschwefel helfen dabei, die Schrotschusskrankheit biologisch in den Griff zu bekommen. Führen Sie diese Behandlungen in den Monaten März bis August durch. Erst wenn die biologischen Bekämpfungsmaßnahmen nicht ausreichen, sollten Sie bei häufigem Auftreten im Frühjahr ein zugelassenes Fungizid verwenden. Ein hierzu geeignetes Präparat ist beispielsweise Celaflor Pilzfrei Ectivo, welches Sie im Gartenfachhandel oder im Internet erwerben können. Ab März und April wird es an den kranken Pflanzen angewendet; es kann jedoch auch präventiv eingesetzt werden.