Schädlingsbefall erkennen und bekämpfen
Spinnmilben
Erkennung:
Helle Punkte auf den Blättern sind charakteristisch für die Spinnmilbe. Später entsteht dann ein gelb-rötlicher "Schimmel". Die Blätter können zudem auch abfallen.
Bekämpfung:
Mit einem scharfen Wasserstrahl sollte man befallene Stellen abspritzen, den Rest erledigen Nützlinge!
Natürliche Feinde wie Marienkäfer, Spinnen und Florfliegen vertilgen die Spinnmilben.
Blattläuse
Erkennung:
Blattläuse sind nur wenige Millimeter groß und je nach Art grün, rotbraun oder schwarzbraun gefärbt. Die teils geflügelten Insekten leben auf ihren Wirtspflanzen, vorwiegend auf den jungen Blättern.
Bekämpfung:
Spezielle Pflaster mit insektizidem Inhalt wirken zwei Monate gegen Blattläuse (z.B. Blattlausfrei-Pflaster oder Rosen-Pflaster von Celaflor). Sie werden einfach um die Stängel der Pflanzen gelegt und geben ihren Wirkstoff an den Pflanzensaft ab, der wiederum von den Blattläusen aufgenommen wird.
Marienkäfer,- oder Florfliegenlarven fressen unmengen an Blattläusen.
schwarze Kirschenblattlaus
Erkennung:
Die dunklen Läuse sind nicht besonders groß und werden deshalb häufig übersehen.
Diese speziellen Blattläuse werden in zwei Arten unterschieden, die Süßkirschenblattlaus und die
Sauerkirschenblattlaus.
Beide Schädlinge verbringen den Winter als Ei auf dem Kirschbaum und schlüpfen pünktlich zum Ausbruch der Knospen.
Bekämpfung:
- Läuse direkt mit scharfen Wasserstrahl abspritzen. Diese Methode öfter wiederholen
- bereits stark geschädigte Triebspitzen abschneiden und im weit entfernten Hausmüll beseitigen
- Neemöl: ist ein biologisches, sehr starkes Mittel
- 5 ml Neemöl mit 1 Liter Wasser vermischen
- Baum großflächig damit besprühen
- Behandlung nach einigen Tagen wiederholen
- Öl nie direkt auf das Pflanzsubstrat sprühen!
Kirschfruchtfliege
Erkennung:
In den Kirschen zeigt die Kirschfruchtfliege ihr Schadbild. Befallene Früchte werden nahe des Stiels zunächst braun und wirken trotz nicht erreichter Reife faulig. Im Inneren ist das Fruchtfleisch weich und braun. Hält sich die Made noch in der Frucht auf, kann auch sie mit bloßem Auge entdeckt werden.
Bekämpfung:
Da die Kirschfruchtfliege es auf gelbe Kirschen abgesehen hat, pflanzen Sie am besten frühe Sorten wie Earlise, Lapins oder Burlat. Wenn der kleine Schädling unterwegs ist, sind die Früchte bereits rot und entsprechend unattraktiv. Gelbfruchtige Sorten und Sauerkirschen (z.B. Karneol oder Morina) sind ebenfalls weniger anfällig für einen Befall.
Eine erfolgreiche Bekämpfung der Kirschfruchtfliege mit Gelbtafeln ohne weitere Maßnahmen wird nicht funktionieren!
Den Boden abdecken
Die Larven der Kirschfruchtfliege krabbeln entweder aus Fallobst, oder lassen sich zu Boden fallen. Ihr Ziel ist es, sich in das Erdreich zu graben, woran Sie sie tunlichst hindern sollten.
Mit einem Vlies oder Folie, die ab Mai unter dem Baum ausgebreitet werden, schaffen Sie eine unüberwindbare Barriere.
Säubern Sie die Unterlage regelmäßig und entsorgen Sie Fallobst sowie Maden. Auf dem Kompost sind befallene Früchte und Larven nicht gut aufgehoben, sie gehören in den Hausmüll. Alternativ verpacken Sie alles in einem Kunststoffsack und verschließen diesen fest. Nach einigen Tagen in der Sommersonne sind die Larven tot und der Inhalt des Sacks kann kompostiert werden.
Schutznetze anbringen
Über den Kirschbaum ein Schutznetz gegen die Kirschfruchtfliege zu spannen, erweist sich bei kleinen Bäumen als sinnvoll. Dank der engen Maschen kann die Kirschfruchtfliege das Netz nicht durchdringen und bleibt hungrig. Bei größeren Bäumen ist das Anbringen von Kulturschutznetzen zwar schwierig, Sie können jedoch zumindest einzelne Äste schützen.
Fruchtmumien absammeln
Kirschen, die am Baum hängen geblieben sind, sollten Sie genauso konsequent entsorgen wie Fallobst. Anderenfalls könnten sich ausgerechnet hier Larven verstecken, die einen erneuten Befall im kommenden Jahr hervorrufen.
Woll,-/Schmierläuse
Erkennung:
Wollläuse auch Schmierläuse genannt, gehören zu den Schädlingen, die sowohl Zimmerpflanzen als auch unterschiedlichste Pflanzen im Garten befallen können.
Bekämpfung:
Zur Bekämpfung von Woll- oder Schmierläusen eignen sich Schlupfwespen (Leptomastix dactylopii, Leptomastidea abnormis, Anagyrus pseudococci und Coccidoxenoides perminutus). Ihr Einsatz erfolgt vorwiegend im Außenbereich. Sie benötigen Temperaturen von über 21 Grad und eine Luftfeuchte von 60 bis 70 Prozent.
Schwierig wird es bei Temperaturen unter 15 und über 35 Grad. Leptomastidea abnormis benötigt zusätzlich starkes Licht, vorausgesetzt es ist nicht zu kalt. Bei einem starken Befall können sie auch zusammen mit Florfliegen-larven oder dem Australischen Marienkäfer verwendet werden.
Mehlige Apfelblattlaus
Erkennung:
Die Mehlige Apfelblattlaus tritt ab der Blütezeit auf und ist besonders an Fruchtholztrieben zu finden. Sie ist mit 2 bis 3 Millimetern Körperlänge relativ groß, dunkel grün und mit einer mehlig grauen Wachsschicht gepudert. Die Nymphen sind beige bis leicht rötlich. Geflügelte Formen treten ab Juni auf und sind vollkommen schwarz.
Bekämpfung:
Gegenspieler sind:
- Zweipunkt- und Siebenpunkt-Marienkäfer
- Florfliegenlarven
- Schwebfliegenlarven
- Gallmückenlarven
- räuberische Blumenwanzen
- Blühstreifen und die Ansiedlung von Ohrwürmern kann natürlich vorkommende Nützlinge fördern.
Apfelwickler
Erkennung:
Einen Befall mit Apfelwicklern können Sie leicht an dem nur wenige Millimeter großen Bohrloch in der Schale der noch unreifen Äpfel erkennen. Die Raupen der unscheinbaren Falter fressen sich spiralförmig von außen nach innen durch das Fruchtfleisch und verunreinigen die Fraßgänge und das Kerngehäuse zusätzlich mit unappetitlichen Kothäufchen. Beim Aufschneiden der Früchte werden die Fraßgänge gut sichtbar.
Bekämpfung:
Eine biologische Bekämpfung mit Granulosevirus-Präparaten (zum Beispiel "Madex Max") ist sehr wirksam, wenn man die frisch geschlüpften Raupen auf dem Weg vom Ei zur Frucht erwischt. Da diese Wanderung nur wenige Tage dauert, ist es schwierig, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Hier hilft die Pheromonfalle, denn damit lässt sich der Flughöhepunkt der Falter ermitteln. Er liegt je nach Klimazone und Witterung zwischen Mitte Mai und Mitte Juni.
Apfelblütenstecher
Erkennung:
Bei einem Befall lassen sich ab Mitte März kleine Löcher an den Knospen erkennen, dieser sogenannte Reifungsfraß wird von den aus der Winterruhe zurückkehrenden Käfern verursacht. Die Nagestellen sind punktförmig und bei genauem Hinsehen schnell erkennbar, außerdem tritt hier oft eine bräunliche Flüssigkeit aus. Wenn die Blütenknospen befallen werden, entwickeln sich diese infolge der Fraß-Schäden durch Larven nicht weiter. Die Blütenblätter vertrocknen im Laufe des Befalls und bilden ein braunes Köpfchen aus.
Bekämpfung:
Idealerweise beginnt die Bekämpfung noch vor der Eiablage und während des Reifungsfraßes der umtriebigen Käfer. Sobald die Frostperiode zum Frühlingsanfang vorbei ist und die Apfelbäume erneut anfangen zu treiben, sind die Apfelbäume nach Apfelblütenstechern abzusuchen. Wenn nur wenige Knospen befallen werden, sind Gegenmaßnahmen nicht unbedingt erforderlich, ein schwacher Befall kann sogar zur Ausdünnung sehr nützlich sein. Wenn die Blütenknospe bereits das sogenannte Mausohrstadium erreicht hat, ist es für eine Bekämpfung oft schon zu spät.
Kleiner Frostspanner
Erkennung:
Die Raupen des Kleinen Frostspanners treten meist in großer Zahl auf und sind dazu in der Lage, erhebliche Fraßschäden an den Bäumen anzurichten. Sobald sie geschlüpft sind, beginnen sie damit, zuerst an den Knospen und später an den Blättern zu fressen. Sie spinnen sich auch oftmals an den Blättern oder Blütenbüscheln ein. Auch wenn es schlimm aussieht: Einen gewissen Blattverlust überstehen die Bäume in der Regel ohne größeren Schaden.
Bekämpfung:
Zu den natürlichen Gegenspielern der Raupen der Frostspanner zählen Singvögel aller Art sowie die Spechte. Für sie sind die Frostspannerraupen eine willkommene Beute, um sie an ihren Nachwuchs zu verfüttern. Mit Nistkästen wird der Garten für die Vögel einladend gestaltet. Angebracht werden sie in etwa 180 cm Höhe, wobei das Flugloch nach Südosten zeigen sollte und möglichst regengeschützt ist.
Bacillus thuringiensis:
Dieses natürliche Bakterium ist für Menschen, Nützlinge und Pflanzen unbedenklich, tötet aber die Frostspanner-Raupen, die das Mittel über die Nahrung aufnehmen, nach einigen Tagen ab. Vorher bewirkt es allerdings einen sofortigen Fraßstopp, sofern man es dann anwendet, wenn die Temperatur mindestens 3 Tage hintereinander bei mindestens 15° Celsius liegt.
Apfelsägewespe
Erkennung:
- Schlitz für die Eiablage verfärbt sich braun und ist deutlich zu erkennen
- Hinterlassen spiralartigen und verkorkten Minier-Gang an jungen Früchten
- Erster Fraßgang wird direkt unter der Schale angelegt und verfärbt sich violett
- Austritt von jauchigem und dunklem Kot
- Larven fressen sich normalerweise bis zum Kerngehäuse vor
Bekämpfung:
Ein leistungsfähiges Gegenmittel sind die sogenannten Quassiextrakte, ein Extrakt aus Quassiaholz, welches sich im ökologischen Obstbau für die Regulierung der Apfelsägewespe bewährt hat. Bei diesem Präparat ist die Qualität des Extraktes und der richtige Zeitpunkt der Anwendung extrem wichtig, ansonsten wird die Wirkungsweise enorm verringert:
- Junge Äpfel im Hinblick auf Einstichstellen durch die Eiablage kontrollieren
- Staubfäden entfernen und das am Blütenboden abgelegte Ei entnehmen und vernichten
- Quassiextrakt kurz vor dem Eischlupf bei abgehender Blüte anbringen
- Den gesamten Apfelbaum gründlich mit dem Extrakt benetzen
Gespinnstmotte
Erkennung:
Bei einem starken Befall werden die Wirtspflanzen von den Gespinstmotten völlig kahl gefressen. Die Gehölze sind dann gänzlich mit einem weißen Gespinst überzogen. In der Regel erholen sich die Gehölze allerdings zügig wieder und treiben um den sogenannten Johannistrieb am 24. Juni erneut aus, ohne einen nachhaltigen Schaden zu erhalten. Ausnahmen bilden Obstbäume, deren Ertrag deutlich geringer ausfallen kann.
Bekämpfung:
Erst wenn Obstbäume wie Apfel und Pflaume stark von der Gespinstmotte befallen werden, ist eine Bekämpfung des Schädlings notwendig.
Die Bekämpfung mit einem Pflanzenschutzmittel gestaltet sich dann schwierig, da die feine Netzstruktur des Gespinstes das aufgesprühte Mittel abperlen lassen würde. Somit dringt das Präparat nicht zu den Raupen vor und sie bleiben unbeschädigt. Haben sich noch keine Gespinste gebildet, besteht die Möglichkeit, den Schädling mit Hilfe von Präparaten auf Basis von Bacillus thuringiensis oder mit anderen bienenverträglichen Mitteln zu bekämpfen.
Birnenpockenmilbe
Erkennung:
Bereits kurz nach dem Austrieb können sich die ersten Anzeichen eines Befalls zeigen. Meist bilden sich zuerst entlang der Blattmittelrippe hellgrünliche punktförmige Aufwölbungen. Diese färben sich nach und nach bräunlich und breiten sich von der Mitte her über das Blatt aus. Auf den Blattoberseiten bildet sich nach und nach ein bräunlicher Filz. Auch auf den Blattunterseiten zeigen sich an den Befallsstellen bräunlich-rote bis schwarze punktförmige Verfärbungen.
Bekämpfung:
Die erste Möglichkeit gegen die winzigen Schädlinge vorzugehen, bietet die Durchführung einer Austriebsspritzung mit dem ölhaltigen Austriebsspritzmittel Promanal. Sobald die Knospen anfangen zu schwellen, ist der richtige Zeitpunkt erreicht. Die Temperatur ist zu diesem Zeitpunkt optimal für die Schädlinge, um ihre Winterquartiere zu verlassen. Mit einer Austriebsspritzung kann man somit einen Teil der überwinterten Birnenpockenmilben gleichzeitig mit weitere Überwinterungsschädlinge abtöten.
Der zweite Zeitpunkt für eine wirksame Bekämpfung ist zwischen dem Austrieb und der Blüte. Erfahrungsgemäß werden bei Behandlungen gegen den Echten Mehltau und Schorfpilze mit Netz-Schwefelit die Birnenpockenmilben miterfasst. Die Spritzungen sollten zwei Mal im zehntägigen Abstand mit einer 0,7 prozentigen Konzentration durchgeführt werden.
Birnengallmücke
Erkennung:
Birnengallmücken schlüpfen im April aus dem Boden. Sie legen ihre Eier in der Birnenblüte ab. Die Larven fressen sich in die Frucht. Diese verfärbt sich, wird schwarz und fällt ab.
Bekämpfung:
Sobald Sie schwarze Früchte am Baum entdecken, pflücken Sie sie sofort ab und sammeln Sie auch bereits heruntergefallene Früchte auf. Entsorgen Sie sie über den Hausmüll.